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Startrail @ Grand Canyon

startrail_grand_canyon

Sternenbahnen aufzeichnen

Bei dieser Art von Aufnahme handelt es sich um eine Sternenbahn- bzw. Startrail-Aufnahme. Die Erdrotation sorgt dafür, dass die Sterne sich am Himmel bewegen. Mit einer langen Belichtungszeit von üblicherweise 30-60 Minuten kann man diese Bewegung sichtbar machen.

Wie bin ich vorgegangen?

Nach Sonnenuntergang aber noch bevor es völlig dunkel wurde (dort oben gibt es keine nennenswerte Lichtverschmutzung durch Großstädte, so dass es richtig dunkel wird) habe ich meine Kamera auf dem Stativ montiert und den gewünschten Bildausschnitt festgelegt. Der Baum im Vordergrund war mir wichtig um mehr Tiefe und damit Dramatik in das Bild zu bekommen. In diesem Punkt unterscheidet sich die Herangehensweise nicht von einem normalen Foto.

Als der endgültige Bildausschnitt festgelegt war, schoss ich im letzten Licht die ersten Aufnahmen. Diese dienten später in der digitalen Nachbearbeitung dazu, Struktur in die Canyonlandschaft zurückzubringen, die in den späteren Aufnahmen durch die schwache Belichtung schlichtweg fehlte.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, Sternenbahnen aufzuzeichnen. Die klassische Methode besteht in einer Langzeitaufnahme über z. B. 30-60 Minuten. Eine weitere Methode besteht darin, eine Bildserie kürzerer Belichtungszeit aufzuzeichnen und diese später in der Bildbearbeitung zusammenzusetzen.

Ich entschied mich für letztere Methode, da hierbei das bei Langzeitbelichtungen auftretende Bildrauschen viel schwächer ausfällt als bei einer Langzeitaufnahme. So stellte ich die Kamera auf den Serienbildmodus, wählte eine Belichtungszeit von 30 Sekunden und lies die Kamera eine Stunde durchrattern. Der eingestellte ISO-Wert von 1250 war einerseits empfindlich genug, um entsprechend viele Sterne abzubilden, andererseits an der 5D Mark II noch erfreulich rauscharm. Die Blende war mit f4 recht weit geöffnet um möglichst viel Licht an den Sensor zu lassen.

Eine Stunde später waren 120 Bilder im Kasten und meine Frau und ich total durchgefroren.

In der digitalen Nachbearbeitung werden letztlich alle Aufnahmen ineinandergeblendet, so dass die einzelnen punktförmigen Sterne zu einer Bahn verschmelzen. Das klappt natürlich nur, wenn das Stativ während der Aufnahmestunde absolut unverändert stehen bleibt.

Die oben erwähnte Aufnahme im Dämmerlicht habe ich schließlich ebenfalls eingeblendet und von der Farbtemperatur an den Nachthimmel angepasst.

Der Stern oben links, um den sich alles zu drehen scheint, ist übrigens der Polarstern. Da sich dieser ungefähr am Punkt der verlängerten Erdachse befindet, steht er still am Himmel.

Wer sich näher mit dieser Art von Fotografie beschäftigen möchte, findet im Internet reichlich Material um sich einzulesen. Einfach die Begriffe „Startrail“, „Sternenbahnen“ oder „Sternenspuren“ googlen. Viel Spaß!

Gruß
Sebastian

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